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Förderverein Migraine Action

Geldstaubsaugerei Methode: Bioresonanz: wissenschaftliche Methode oder Hokus-Pokus?

Der folgende Bericht erschien im Querkopf 2/02

Wellen kann man technisch genau messen und aufzeichnen. Man kann sie auch in Musik umsetzen und sie über die Ohren in den Körper zurückleiten. Man kann Wellen aus einem Körper ableiten und sie so zurückleiten, dass die ursprünglichen Wellen durch Interferenz "ausgelöscht" zu sein scheinen, und dann behaupten, das sei heilsam. Vor allem aber kann man damit Apparate verkaufen und Patienten beeindrucken.

Die Alternativmedizin hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt, wird doch geschätzt, dass 1988 in Westeuropa 1,75 Milliarden US Dollar für alternative Heilverfahren ausgegeben wurden, und dass 1990 in Amerika mehr Geld für Alternativmedizin als für Hausarztbesuche aufgewendet wurde.

Es ist bekannt, dass die Heilkräfte der Natur durch den Glauben des Patienten an die ärztliche Kunst und deren Methoden wachgerufen und unterstützt werden. In den letzten Jahren sind deshalb einige "Neuentwicklungen" aufgetaucht, von denen behauptet wird, dass sich die Methode und die Argumente dafür auf wissenschaftliche Konzepte stützen (z.B. "Bio-Resonanz").

Besondere Tummelplätze dieser Methoden scheinen Allergien, Kopfschmerzen und Migräne zu sein. Diese Erkrankungen sind sehr weit verbreitet (> 15% der Bevölkerung) und werden oft falsch verstanden und bezeichnet. Da sie oft nicht schwerwiegender Natur sind, führen Therapieversager nicht immer gleich zu fatalen und skandalösen Konsequenzen. Die Krankheitsreaktionen sind über das Nervensystem beeinflussbar und somit dem Placeboeffekt gut zugänglich, sprechen also auf Scheinmedikamente an.

Migräne und Allergien haben einen variablen Verlauf, und Spontanheilungen sind nicht selten. Bei Versagen einer Therapie können leicht andere Faktoren wie Wetter, Diätfehler, Ausdünstungen der Wohnung, Elektrosmog oder der Vollmond beschuldigt werden.

Die Bioresonanz geht von der irrigen Annahme aus, dass der Körper Schwingungengen aussendet, die Aussagen über den Gesundheitszustand erlauben und mit einem speziellen Bioresonanzgerät aufgefangen und zurückgeworfen werden können. Damit sollen zum Beispiel Unverträglichkeiten der Materialien, die vom Zahnarzt in den Mund eingesetzt werden, als Ursachen aller erdenklichen Erkrankungen entdeckt werden. Der Physiker F. Cap hat sich die Mühe gemacht, das Konzept der Bioresonanz aufzuarbeiten: er kam zu einem vernichtenden Urteil über diese Methode und ihre angeblichen physikalischen Grundlagen.

  • In Kürze: Im Bioresonanz-Gerät steckt ein circa 2'500 Franken teurer Fournier-Frequenzanalysator, welcher leicht modifiziert als ca. 25'000 Franken teures Bioresonanzgerät z.B. BICOM verkauft wird.